Behandlungswege einordnen
Tiefe Hirnstimulation bei Tremor: Ablauf, Chancen und Grenzen
Die Tiefe Hirnstimulation (THS, englisch DBS) ist ein etabliertes operatives Verfahren für ausgewählte Menschen mit schwerem, medikamentös nicht ausreichend behandelbarem Tremor. Sie wird in spezialisierten Zentren geprüft und durchgeführt.
Medizinischer Informationsstand: 30. September 2026
Wie funktioniert die Tiefe Hirnstimulation?
Bei einer Operation werden dünne Elektroden in eine Zielregion des Gehirns eingesetzt. Ein unter der Haut liegender Impulsgeber – ähnlich einem Herzschrittmacher – sendet elektrische Impulse. Die Stimulation lässt sich nachträglich anpassen und grundsätzlich wieder abschalten.
Für wen kommt sie in Betracht?
Ob eine THS infrage kommt, klärt ein spezialisiertes Team aus Neurologie und Neurochirurgie nach ausführlicher Untersuchung.
- Gesicherte Diagnose
- Deutliche Einschränkung im Alltag
- Unzureichende Wirkung oder Unverträglichkeit von Medikamenten
- Allgemeiner Gesundheitszustand, der eine Operation erlaubt
THS und fokussierter Ultraschall im Vergleich
- THS: operativer Eingriff mit Implantat, anpassbar, beidseitig möglich
- Fokussierter Ultraschall: ohne Schnitt, erzeugt eine dauerhafte kleine Läsion, zunächst meist einseitig
- Beide Verfahren haben eigene Risiken; die Wahl ist eine individuelle ärztliche Entscheidung
Risiken und Nachsorge
Wie jede Operation birgt die THS Risiken, etwa Blutungen, Infektionen oder stimulationsbedingte Nebenwirkungen. Regelmäßige Nachsorge und Einstellungen des Impulsgebers gehören dazu.